Die Münchner Innenstadt ist weiterhin das größte „Einkaufs-Zentrum“ Bayerns und ein zentraler Wirtschafts-, Begegnungs- und Erlebnisraum für Stadt und Region. Doch wie wird die Innenstadt heute wahrgenommen? Wie haben sich Besuchsverhalten, Erwartungen und Konsumgewohnheiten verändert? Und wie beurteilen die Handelsunternehmen die aktuellen Rahmenbedingungen ihres Standortes?

Die Münchner Innenstadt steht unter Druck – das zeigen die aktuellen Ergebnisse einer City-Befragung von Konsumenten und Händlern. (Foto: Sebastian/Pixabay)
Um diese Fragen fundiert zu beantworten und Entwicklungen im Zeitverlauf sichtbar zu machen, haben das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München, der Handelsverband Bayern, die Günther Rid Stiftung für den bayerischen Einzelhandel und City Partner München erneut die BBE Handelsberatung mit einer Konsumentenanalyse sowie einer Befragung der Handelsunternehmen der Münchner Innenstadt beauftragt. Die Untersuchung wurde methodengleich zur ersten Erhebung aus den Jahren 2022/2023 durchgeführt und ermöglicht damit belastbare Vergleiche zur Entwicklung der Innenstadt. Alle Ergebnisse der Münchner City-Befragungen 2025 finden Sie hier.

Was die Besucher der Münchner City besonders schätzen und was ihnen nicht so gut gefällt, lässt sich vermutlich auf viele andere deutsche Innenstädte übertragen. (Grafik: BBE/RZ)

Konsumenten und Händler sind sich auffällig darüber einig, welche Innenstadtfaktoren verbessert werden müssen, um das Einkaufserlebnis zu erhöhen. (Grafik: BBE/RZ)
Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten Michaela Pichlbauer (Vorständin Günther Rid Stiftung für den bayerischen Einzelhandel), Wolfgang Puff (Hauptgeschäftsführer Handelsverband Bayern), Nina Hugendubel (Vorsitzende City Partner München) sowie der Wirtschaftsreferent der LH München, Christian Scharpf, die Ergebnisse vor.

Wolfgang Puff; Hauptgeschäftsführer Handelsverband Bayern. (Foto: Michael Kuhlmann)
„Die Auswertungen der City-Befragungen 2025 verdeutlichen, dass aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten flexible Öffnungszeiten ein zentraler Hebel für ein attraktives Zusammenspiel von Stadt und Handel sind. Erste Schritte wie die Verabschiedung eines bayerischen Ladenschlussgesetzes wurden bereits vollzogen. Gleichzeitig benennt die Händlerschaft aus ihrer Perspektive die Erreichbarkeit der Innenstadt weiterhin als zentrales Nadelöhr. Insbesondere die PKW-Anbindung und die Parksituation bleiben entscheidende Faktoren für eine multifunktionale, zukunftsfähige City.“

Michaela Pichlbauer, Vorständin Rid Stiftung. (Foto: Michael Kuhlmann)
„Die City-Befragungen 2025 zeigen: Einkaufen bleibt weiterhin der wichtigste Anlass für den Innenstadtbesuch. Gleichzeitig wird deutlich, dass der stationäre Einzelhandel zunehmend auf das Zusammenspiel mit Gastronomie, Kultur und auf ein insgesamt attraktives, städtisches Umfeld angewiesen ist, um seine Stärken dem Online-Handel gegenüber wirklich ausspielen zu können. Auch auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen in beiden Welten müssen wir daher gemeinsam unser Augenmerk legen.“

Nina Hugendubel, Vorsitzende, City Partner München. (Foto: Michael Kuhlmann)
„Als Vorsitzende von CityPartner und Münchner Unternehmerin freue ich mich sehr über die erneut so positive Bewertung der Angebotsvielfalt von Handel und Gastronomie in der Innenstadt. Besonders freut uns dabei, dass gerade bei jungen Menschen – entgegen mancher Unkenrufe – inzwischen sogar mehr als die Hälfte angibt, die Münchner Innenstadt wieder häufiger zu besuchen! Die Ergebnisse zeigen auch diesmal, was Besuchende ebenso wie die Unternehmen schätzen, weisen aber erneut klar darauf hin, wo es bei der Aufenthaltsqualität, Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum und bei der Erreichbarkeit noch Verbesserungs- bzw. Handlungsbedarf gibt. Dass jeder Zweite der Befragten aus dem Umland angibt, heute seltener in die Innenstadt zu fahren, ist zwar angesichts der häufigen Probleme beim ÖPNV und der Baustellen auf unseren Zufahrtsstraßen nachvollziehbar, aber es muss ein Weckruf sein, denn vor allem die Region ist die wirtschaftliche Basis für Handel, Gastronomie und Dienstleister in der Münchner Innenstadt. Im intensiven Standortwettbewerb und als Gegenpol zu Onlinewelten müssen heutzutage Umfeld, Aufenthaltsqualität und die Erreichbarkeit stimmen, damit die Menschen aus der Stadt und der Region auch künftig nicht nur gerne in Münchens „gute Stube“ kommen, sondern auch gerne hier verweilen.“

Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft, Landeshauptstadt München. (Foto: Michael Kuhlmann)
„Die Ergebnisse der Münchner City-Befragungen 2025 machen deutlich, dass unsere Innenstadt über wichtige Stärken verfügt – darunter eine abwechslungsreiche Handelslandschaft und eine gute ÖPNV-Anbindung. Mich persönlich freut die rückgemeldete spürbare Verbesserung in der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Gleichzeitig zeigt die Befragung aber auch klar, wo wir als Stadt weiter nachschärfen müssen: bei der Koordination von Baustellen, Aufenthaltsqualität, Sauberkeit und Erreichbarkeit. Die Ergebnisse verstehen wir als klaren Arbeitsauftrag, die Innenstadt als lebendigen Stadtraum und gut erreichbaren Wirtschaftsstandort gemeinsam weiterzuentwickeln.“
