München at its Best! Vom 12. bis 15. März 2026 feierte die bayerische Metropole die aktuellen Interior-Trends bei der zweiten Edition der Munich Design Days. Wir waren natürlich mit von der Partie und zeigen unsere Highlights.

Was letztes Jahr laut der Veranstalter als ein Abenteuer begann, ging dieses Jahr beschwingt in die zweite Runde – zu Recht! Auch 2026 fanden die Munich Design Days wieder parallel zum etablierten Messe-Format Münchner Stoff Frühling statt und wurden aufgrund der deutlich gestiegenen Ausstellerzahl um die Ateliers auf der Praterinsel sowie zahlreiche Showrooms in der Innenstadt erweitert. Zwischen der historischen Kulisse der Praterinsel und den stylishen Showrooms der City entstand so ein abwechslungsreicher Parcours aus neuen Ideen, innovativen Produkten und vielen allerbestens gelaunten Begegnungen.

Willkommen zu den Munich Design Days auf der Praterinsel (Foto: Jan Schmiedel)

Fokussiertes Format

Zum Kick-off auf der Praterinsel – dem Münchner Stadtjuwel mitten in der Isar und dennoch fußläufig zur Innenstadt – fanden sich nahezu alle Aussteller und die Branchenpresse ein. Die Initiatoren und Veranstalter des Event-Duos Klaus Winkler, Chef des Winkler Medien Verlags, und Malte Perlitz, Chef der Agentur Markenkultur, stimmten die Anwesenden auf vier Tage interessante Gespräche, neue Kontakte und einen intensiven Austausch mit der kreativen Einrichtungsbranche ein.

Klaus Winkler zur Eröffnung der Veranstaltung

Trends und Themen der Munich Design Days Vol. 2

Wir sahen Rot! Ob Burgunderrot, Koralle oder softere Nuancen bis hin zu Rosé, der energetisierende Ton begegnete vielerorts und spiegelte perfekt die Stimmung der gesamten Veranstaltung wider. Ebenso vertreten waren  Schokobraun und ein erdiges Farbspektrum, das jedes Interieur sofort auf Behaglichkeit trimmt.

Außerdem im Fokus: das Thema Nachhaltigkeit. Nachwachsende Rohstoffe wie Kork bei ClassiCon oder Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft bei Zeitraum, Fertigung in Deutschland bei Weishäupl, Upcycling-Produkte und Verwendung von Altholz bei Janua. Design wird immer mehr aus vielen Perspektiven betrachtet.

Materialien und Oberflächenstrukturen werden mehr und mehr zu designgebenden Faktoren und heben eine schlichte Formensprache auf ein neues Level. Gesichtet wurden: grünlicher, auffällig marmorierter Stein, metallisch schimmerndes Material mit 3D-Oberfläche, gebürstetes Holz, das die Maserungen noch deutlicher erscheinen lässt oder Hochglanz. Ebenso wie mattes Metall, curvy Formen, abgerundete Ecken und sanfte Bögen.

Stimmungsmacher: Insights und Begegnungen

Womit das Event in der Isar-Metropole noch seinen bleibenden Eindruck hinterließ? Mit dem beflügelnden und offenen Austausch aller Beteiligten, der Anwesenheit entscheidender Köpfe sowie angesagter Interior Designer. Und natürlich exklusiver Produktpräsentationen. So zeigte Thonet auf den Munich Design Days in einer Sneak Preview bei den Neuen Werkstätten das erste Mal die Erweiterung der gehypten „JS“ Kollektion – und das in Anwesenheit der Namensgeberin Jil Sander! Aus Berlin reiste wiederum Werner Aisslinger an, den man unter anderem bei Next125 München antraf.

Der neue Sessel der JS . Thonet Signature-Kollektion von Jil Sander
Werner Aisslinger bei Next125
Clemens Pflanz, Gründer und Chairman des Meisterkreis mit Susann Meise, CEO Occhio. (Foto: Elishua Bachor)

Ein Highlight der Redaktion war der erfrischende Talk zwischen Designer Sebastian Herkner und DECO Home Chefredakteurin Anne Gelpke bei Ligne Roset. Hier erfuhr man nicht nur mehr über die Arbeitsweise des Kreativen, sondern auch ein paar seiner persönlichen Entwicklungs-Geheimnisse. Zum Beispiel, dass es in seinem Elternhaus eher weniger Design und mehr Kiefernholzeinbauten sowie Herzerl-Stühle gab und er mit Ikonen wie dem „Togo“ tatsächlich rein zufällig beim Spielen im Nachbarhaus des Architektenkindes zusammentraf. Ganz ohne wirklich zu wissen, was da gerade beim Hüpfen so toll federte.

Anne Gelpke im Talk mit Sebastian Herkner bei Ligne Roset (Foto: Jan Schmiedel)

Junge Talente

Nicht zuletzt waren die Munich Design Days Vol. 2 aber auch Plattform für Designer der Zukunft, was die „Stammtisch“-Ausstellung unterstrich. Dahinter verbergen sich acht junge Münchner Gestalter:innen, die auf der Praterinsel zeigten, welchen Impact Textilien auf neue Interior Designs haben. In Kooperation mit dem Textilhersteller Kvadrat kreierten sie Sessel, Leuchten und Spiegel mit Stoff und stellten damit unter Beweis, welch formenden und strukturierenden Part Textilien einnehmen.

Der „Stammtisch“ (Foto: Jan Schmiedel)

Am Ende der Veranstaltung zeigten sich Aussteller und Besucher gleichermaßen vom fokussierten Veranstaltungsformat begeistert. Auf den Munich Design Days präsentierten sich 40 nationale und internationale Interior-Design-Brands auf 2.500 Quadratmetern in den historischen Räumen der Praterinsel und noch einmal rund 20 Marken im Rahmen der Munich Design Days City in innerstädtischen Locations. Darunter Ligne Roset, ClassiCon oder Weishäupl, die zur Wiederholer-Garde der ersten Edition 2025 gehörten. Neu waren Brands wie Thonet, Artemide oder die Porzellanmanufaktur Nymphenburg. Der Vibe entsprach dem eines lang ersehnten Klassentreffens der Interior Design-Bubble: familiär, freundschaftlich und natürlich ein wenig aufgekratzt!