Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat mit der Publikation „Education at a glance – Bildung auf einen Blick 2025“ einen umfassenden Vergleich der Bildungssysteme aller OECD-Staaten veröffentlicht. Die Studie sieht Deutschland stark in MINT und Ausbildung, warnt aber vor sozialer Ungleichheit.

Vorstellung der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2025“ in der Bundespressekonferenz am 9. September unter anderem von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (rechts). (Foto: Hans-Joachim Rickel)
Anlässlich der Vorstellung der Studie im Rahmen der Bundespressekonferenz sagte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär: „In keinem anderen Land der Welt macht ein höherer Anteil der Absolventinnen und Absolventen im Tertiärbereich einen Abschluss in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Anm.: MINT). Deutschland ist also MINT-Weltmeister! Das ist der große Standortvorteil Deutschlands. Dieses Potenzial gilt es, weiter zu heben – mit der Weiterentwicklung des MINT-Aktionsplans, mit MissionMINT sowie durch eine große BAföG-Reform, die die Reichweite der Förderung ausbaut und die Leistungen verbessert.“

Bettina Martin, Präsidentin der Wissenschaftsministerkonferenz, ergänzte: „Die OECD-Ergebnisse für Deutschland zeigen, dass sich die Anstrengungen von Bund und Ländern der vergangenen Jahre gelohnt haben. Sie haben aber neben dem Licht auch noch einige Schatten. So ist es gelungen, den Anteil der jungen Erwachsenen mit einem Hochschul- oder Meisterabschluss (tertiär) von 33 auf 40 Prozent stark zu erhöhen. Das ist eine gute Entwicklung, denn wir brauchen zunehmend hochqualifizierte Fachkräfte in Deutschland – gerade auch im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich, wo der Anteil derer mit einem Abschluss in Fächern international am höchsten ausfällt.“

Der ZDH sieht in dem OECD-Bericht auch die Dringlichkeit der vom Handwerk geforderten Bildungswende, damit in Deutschland mehr junge Menschen erfolgreich zu einem Berufsabschluss geführt werden.
Nicht nur Positives sieht der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in der neu vorgestellten Studie. ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sagte: „Die Studie unterstreicht, dass die Berufliche Bildung eine zentrale Stärke des deutschen Bildungssystems ist. Gleichzeitig macht sie aber auf eine wachsende Herausforderung aufmerksam: Viele Schulabsolventinnen und -absolventen verfügen beim Übergang in Ausbildung und Beschäftigung nicht mehr über ausreichende Grundkompetenzen, gerade in Deutsch und Mathematik. Das erschwert es den Ausbildungsbetrieben deutlich, ihre Azubis erfolgreich durch die Ausbildung zu bringen. Um diesen Passungsproblemen wirksam zu begegnen und hier gegenzusteuern, benötigen Ausbildungsbetriebe im Handwerk die Unterstützung von Bund und Ländern.“ ZDH-Präsident Jörg Dittrich sagte mit Blick auf die vom Handwerk geforderte Bildungswende: „Die Politik muss endlich für eine echte gleichwertige Behandlung von akademischer und dualer Ausbildung sorgen.“
