Noch bis 12. Oktober 2025 zeigt das Grassi-Museum für Angewandte Kunst in Leipzig die Sonderausstellung „Möbel der Moderne“. Bis 7. September stehen zwei innovative Stahlrohrmöbel aus den 1920er und 1930er Jahren im Mittelpunkt.

Der Stuhl B5 von Marcel Breuer aus dem Jahr 1926 mit der klassischen Eisengarn-Bespannung. (Foto: Grassi)

Eine Liege von Thonet beeindruckt durch ihre minimalistische Materialverwendung: Blauer Eisengarnstoff spannt sich über eine Konstruktion, die aus nur einem einzigen gebogenen Stahlrohr zu bestehen scheint. Die Liege aus dem Jahr 1932 stammt aus dem Besitz des ehemaligen Bauhaus-Schülers Peter Keler. Ergänzt wird sie durch den Stuhl B5 von Marcel Breuer aus dem Jahr 1926 – eine besonders frühe und seltene Ausführung der Firma Standard-Möbel Berlin.

Das begehrte Designobjekt „Hunting Chair“ nach einem Entwurf von Heinz Heger wird ab 12. September zu sehen sein. (Foto: Grassi)

Ab 12. September treffen in der Ausstellung ostdeutsche Stuhlentwürfe auf dänisches Design. Die häufig zitierte Ähnlichkeit zwischen ostdeutschem Design und der skandinavischen Mid-Century-Ästhetik zeigt sich auch in den aktuellen Neuerwerbungen. In den 1960er Jahren entstand in Annaberg-Buchholz ein Sitzmöbel-Entwurf unter Mitwirkung des Holzbildhauers Heinz Heger. Die gesamte Konstruktion kommt dabei ohne Nägel oder Schrauben aus – ein echtes Novum, das bis heute als begehrtes Designobjekt gilt.