Während die wirtschaftliche Lage angespannt bleibt, setzen Selbstständige immer stärker auf Künstliche Intelligenz. Inzwischen nutzen 51,2 Prozent der im „Jimdo-IFo“-Geschäftsklimaindex Befragten KI-Lösungen im Arbeitsalltag. Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 30,4 Prozent, 2024 bei 14,4 Prozent. Weitere 16,2 Prozent planen den Einsatz.

Gerade im Handwerk findet KI noch überwiegend am Rechner oder Handy statt. Allerdings nimmt die Bereitschaft zur Nutzung stetig zu. (Foto: Pexels/Anna Shvets)

Damit ist der Abstand zur Gesamtwirtschaft inzwischen gering: Dort nutzen aktuell 54,5 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz. „Das Geschäftsklima bleibt für Selbstständige sehr angespannt. Dass sie bei KI jetzt deutlich aufholen, ist wichtig und folgerichtig. Denn KI demokratisiert Unternehmertum”, sagt Matthias Henze, CEO und Gründer von Jimdo. „Was früher großen Unternehmen mit spezialisierten Teams und höheren Budgets vorbehalten war, wird jetzt auch Selbstständigen zugänglich. Gerade wer allein arbeitet, bekommt damit einen Hebel, der vorher schlicht nicht verfügbar war.“

KI besonders stark im Dienstleistungssektor verbreitet

Am häufigsten wird KI im Dienstleistungssektor eingesetzt. Dort nutzen inzwischen 56,8 Prozent der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen entsprechende Anwendungen (2025: 41,2 Prozent). Auch im verarbeitenden Gewerbe (30,1 Prozent, 2025: 20,6 Prozent) und im Einzelhandel (30,6 Prozent, 2025: 22,2 Prozent) gewinnt die Technologie deutlich an Bedeutung. Vergleichsweise zurückhaltend bleibt das Baugewerbe (8,1 Prozent, 2025: 5,3 Prozent).

Die meisten Selbstständigen greifen auf KI-Lösungen externer Anbieter zurück – sowohl auf kostenpflichtige als auch auf kostenfreie Angebote. Selbst entwickelte KI-Systeme spielen bislang nur eine geringe Rolle.

Gerade im Handwerk findet die KI-Nutzung noch überwiegend am Rechner statt. Allerdings nimmt die Nutzung stetig zu. (Grafik: „Jimdo-ifo“-Geschäftsklimaindex 2026)

Am häufigsten nutzen Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen KI für Recherche und Informationsbeschaffung, Ideengenerierung, Text- und Content-Erstellung, Übersetzungen sowie Marketing und Vertrieb.

Der deutsche Webhosting-Anbieter Jimdo erstellt gemeinsam mit der Wirtschaftsforschungseinrichtung IFo (Institut für Information und Forschung, Eigenschreibweise: ifo) monatlich den „Jimdo-ifo“-Geschäftsklimaindex. Hierfür werden gut 1.800 Solo-Selbstständige (ohne Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen) sowie Kleinstunternehmen (mit bis zu neun Mitarbeitern) befragt.