Der Schweizer Bauzulieferer Forbo trotzt der globalen Konjunkturschwäche und den geopolitischen Verwerfungen. Trotz gestiegener Rohstoffpreise infolge des Iran-Kriegs stabilisierte das Unternehmen seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2026 nahezu auf Vorjahresniveau. In dem am 28. Juli vorgelegten Halbjahresbericht der Forbo-Gruppe bestätigt das Management die Jahresprognose und kündigt für Herbst eine Neuausrichtung an.

Die beiden Sparten der Forbo-Gruppe – Bodenbeläge und Transportbänder – entwickelten sich im ersten Halbjahr stabil. (Foto/Grafik: Forbo)

Der Spezialist für Bodenbeläge und Transportbänder erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von 545,7 Millionen Franken. Dies entspricht einem minimalen Rückgang von 0,2 Prozent zum Vorjahr. In Lokalwährungen gerechnet verbuchte Forbo jedoch ein Plus von 4,0 Prozent – das erste organische Wachstum seit vier Jahren.

Gewinnzahlen weniger erfreulich

EBIT: Der operative Gewinn sank um 2,3 Prozent auf 41,9 Millionen Franken (Marge: 7,7 Prozent). Bereinigt um Einmaleffekte für strukturelle Anpassungen (4,6 Mio. CHF) verbesserte sich das Betriebsergebnis jedoch deutlich um 8,4 Prozent.

Reingewinn: Unterm Strich blieb ein Gewinn von 30,8 Millionen Franken – ein Minus von 7,8 Prozent.

Damit schnitt Forbo gemischt ab: Während der Umsatz die Analystenerwartungen übertraf, wurde das EBIT punktgenau erfüllt und der Reingewinn verfehlt.

Operative Hürden im zweiten Quartal

Nach einem konjunkturell schwachen Auftaktvierteljahr verschärften sich die Bedingungen ab dem zweiten Quartal drastisch. Der Ausbruch des Iran-Kriegs trieb die Rohstoff- und Transportkosten massiv in die Höhe. Erste operative Gegenmaßnahmen konnten diese Belastungen jedoch bereits teilweise abfedern.

Movement Systems als Wachstumstreiber

Beide Geschäftsbereiche schlugen sich besser als vom Markt erwartet: Die größere Sparte – Flooring Systems (Bodenbeläge und Bauklebstoffe) – erzielte einen Umsatz von 370,4 Millionen Franken (+2,2 Prozent in Lokalwährungen). Impulse kamen vor allem aus der Region APAC (Asien-Pazifik) sowie aus Südeuropa, wo EU-Förderprogramme die Nachfrage stützten. Demgegenüber schwächten sich die Kernmärkte in Frankreich und Amerika ab.

Der kleinere Bereich – Movement Systems (Förderbänder und Antriebsriemen) – wuchs in Lokalwährungen kräftig um 7,9 Prozent auf 175,4 Millionen Franken. Erfolgreiche Preisanpassungen, ein striktes Kostenmanagement und Zuwächse in allen drei globalen Regionen trieben hier das Ergebnis an.

Jahresziele stehen, neue Strategie folgt

Für das Gesamtjahr hält die Konzernleitung an ihrer vorsichtigen Prognose fest. In einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld ohne breite Erholung werden währungsbedingt ein leicht tieferer Umsatz, aber ein leicht höheres EBIT erwartet. Spannung verspricht der Herbst: Am ersten Kapitalmarkttag unter der Führung des neuen Managements am 21. Oktober 2026 wird Forbo seine neue mittelfristige Strategie offiziell vorstellen.