Mit spürbar guter Stimmung fand Ende Februar die Leitmesse des globalen Einzelhandels in Düsseldorf statt. Über 1800 Aussteller gaben rund 81.000 Fachbesuchern Einblicke in die Trends des Retail-Business.

Ladenbaukonzepte müssen mehr denn je Einkaufserlebnisse bieten, die den Kunden vom Webshop in den stationären Handel ziehen. (Foto: Messe Düsseldorf/Tillmann)

„Die Euroshop 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Handel in seine Zukunft investiert – strategisch, technologiegetrieben und zugleich mit klarem Fokus auf Effizienz und Kundenerlebnis“, resümiert Marius Berlemann, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf. „Die internationale Strahlkraft, die enorm hohe Entscheidungskompetenz der Besuchenden sowie die konkrete Investitionsbereitschaft bestätigen, wie wichtig die Euroshop als globale Leitmesse der Branche ist.“ Eindrucksvoll waren die fünf Tage in Düsseldorf in jeder Hinsicht: Bei bestem Frühlingswetter versprühten Aussteller und Besucher gleichermaßen eine gewisse Aufbruchsstimmung. Die perfekt inszenierten Messestände ließen für einen Moment die geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen vergessen und taten das, was sie tun sollen – Kauferlebnisse generieren. Ganz nach dem Einzelhandelsmotto „Darf‘s ein bisschen mehr sein“ wurden alle Register gezogen, um dem Besucher, der im Idealfall Einzelhändler, Planer oder ausführender Handwerker ist, die neuesten Trends näherzubringen.

Mit Retail-Media-Network-Konzepten werden KI-gestützt die analogen und digitalen Shoppingwelten zusammengeführt. (Foto: Messe Düsseldorf/Tillmann)

Der Markt ist im Umbruch

 

Nach einer längeren Phase des Stillstands blickt der Handel vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Trotz begrenzter Budgets bleibt die Investitionsbereitschaft hoch. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass sich der stationäre Einzelhandel deutlich attraktiver darstellen muss, um gegen die Übermacht des Onlineangebots zu bestehen, gewinnt der (hochwertige) Ladenbau wieder stärker an Bedeutung. Große Player gehen dabei noch einen Schritt weiter und sind bemüht, Einkaufserlebnisse zu bieten, die die analoge und die digitale Shoppingwelt zusammenführen. Im sogenannten Digital Retail bieten unter anderem digitale Beschilderung (Digital Signage) neue Werbeplattformen zur Kundenansprache. Auch wenn der ganz große Rollout noch bevorsteht, zeigt die Euroshop: Die Zukunft des Handels ist vor allem digital und KI-gestützt. Die Umsetzung solcher Marketingmaßnahmen – unter dem Begriff Retail-Media-Network (RMN) zusammengefasst – setzt allerdings eine perfekte Shopgestaltung voraus – angefangen am Boden über die Wände, die Einrichtung und die Akustik bis hin zur Beleuchtung.

Ein Trend der Euroshop 2026: Händler setzen verstärkt auf Langlebigkeit und Kreislaufwirtschaft! Der Bodenbelag – hier Linoleum von Forbo – ist in diesem Punkt oft schon Vorreiter im Ladenbau. (Foto: RZ)

Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung

 

Der deutsche Einzelhandel steht vor massiven strukturellen Problemen. Innerhalb von nur zehn Jahren ist die Anzahl der Geschäfte von 400.000 auf 300.000 geschrumpft – eine direkte Folge des Online-Booms und eines veränderten Käuferverhaltens. Dieser Rückgang spiegelt sich auch in den Finanzen wider: Branchenverbände schätzen das Investitionsvolumen im Jahr 2025 auf etwa sieben Milliarden Euro – rund ein Viertel weniger als noch 2023. Die Folge: Statt massiv zu expandieren, konzentrieren sich viele Händler darauf, ihre vorhandenen Filialen zu optimieren. Auch Umzüge statt Neueröffnungen dominieren ebenso den Markt wie Renovierungen statt Neubauten. Ein Flächenzuwachs ist derzeit nicht zu erkennen. Um trotz sinkender Budgets einen hochwertigen Ladenauftritt zu garantieren, setzt die Branche teilweise pragmatisch auf günstigere Materialien, angepasste Qualitätsstandards oder die Wiederverwendung bestehender Ausstattungen. Besonders in der Modebranche ist dieser kostenbewusste Ansatz bereits fest verankert. Während die Einrichtungskosten pro Quadratmeter leicht fallen und Renovierungszyklen länger werden, gewinnt ein Parameter stetig an Bedeutung – die Nachhaltigkeit. Sie hat sich von einem bloßen Trend zu einem festen Planungsgrundsatz entwickelt. Händler setzen verstärkt auf Langlebigkeit und Kreislaufwirtschaft: Im Schnitt wird die Hälfte der Einrichtung bei Umbaumaßnahmen wiederverwendet – vielleicht gehört morgen der Bodenbelag auch schon dazu?

 

Mit welchen Produkten, Systemen und Ideen Unternehmen aus dem Bereich Raumausstattung im Ladenbau punkten wollen, stellen wir im Folgenden an einigen Beispielen vor.

Bei Egger stand die Kollektion „Dekorativ 26+“ für den Innenausbau im Dekor- und Materialverbund im Fokus. Mit dabei auch die dekorativen Akustikpaneele, die in 220 Designs angeboten werden. (Foto: Egger)

Emco Bau präsentierte die gesamte Sauberlaufkollektion 2030: die neuen „Performance“-Einlagen oder die „Colour-Edition“ und zeigte in Live-Demonstrationen deren Anwendung. (Foto: RZ)

Bei Forbo empfing Carolin Henning-Hieb vom Produktmanagement DACH die Besucher. Im Gepäck hatten sie und ihr Team Neuigkeiten aus den Designbelagskollektionen „Allura Puzzle“ und „Allura Decibel“ sowie den Textilbelag „Flotex Planks“. (Foto: RZ)

„Unser Alleinstellungsmerkmal sind individuell bedruckte PVC-Böden mit zertifizierter Objekteignung“, bringt Frank Gerlach, Key Account Manager bei Fotoboden – ein Unternehmen der Jordan-Gruppen – sein Angebot auf den Punkt. 1.500 Quadratmeter lagen allein auf der Euroshop in 14 Messehallen verteilt. (Foto: RZ)

„Mit den elastischen Belagsfliesen ‚Design Tile‘ verbindet Gerflor die einfache (wiederaufnehmbare) Verlegung der ‚GTI‘-Fliesen mit der Gestaltungskompetenz unserer Designbeläge“, erklärte Raffaele Bogatz, Verkaufsleiter Ladenbau, die neue Kollektion. (Foto: RZ)

Gerflor kann auch Wand! Speziell für Objektanwendungen bietet die Marke SPM unter anderem Wandschutzplatten, beispielsweise für Krankenhäuser an. Die Möglichkeit, die Platten digital zu bedrucken, eröffnet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und dekorative Einsatzmöglichkeiten. (Foto: Gerflor)

Imi Surface Design, eine Marke des Objekteinrichters Schubert, bietet Wand- und Bodenbeläge in Beton-, Rost-, Altholz-, Stein- oder Metall-Optik sowie in vielen anderen Dekoren an. Alle Produkte lassen sich ganz einfach mit herkömmlichen Tischlerwerkzeugen bearbeiten. (Foto: RZ)

Als ganzheitlicher Objekteinrichter zog JAB Anstoetz die Blicke in Düsseldorf auf sich. Mit maßgeschneiderten Textilkonzepten für individuelles Storedesign und visionäre Markenauftritte überzeugten die Bielefelder mit Loungemöbeln, Teppichen und Bodenbelägen, Vorhängen und Akustikelementen. (Foto: RZ)

Der italienische Holzbodenspezialist Margaritelli zeigte unter anderem das Parkett „Medoc“ des Designers Michele De Lucchi (vorn im Bild) sowie die Dielen „Nui“ nach einem Entwurf von Piero Lissoni. (Foto: RZ)

Bei Objectflor feierte die loselegbare Bahnenware „Geotone“ Premiere. Geschäftsführer Stephan Wolff stellte die Kollektion in 20 Farbstellungen vor. Im Mittelpunkt standen aber auch die 2025 vorgestellten „Expona“-Kollektionen „Commercial“ und „Fabrik“. (Foto: RZ)

Dekorativ, nachhaltig und zum Teil auch akustisch wirksam präsentierten sich die Organoid-Wandbeläge in nahezu unendlicher Vielfalt. In der beeindruckenden Referenzliste der Österreicher finden sich auch viele Shops. (Foto: RZ)

Bei Tarkett gab es die homogene Belags-Kollektion „iQ Motion“ zu entdecken. Sie umfasst eine Palette aus 16 natürlichen Farbtönen, inspiriert vom zeitlosen Terrazzo-Look. (Foto: RZ)

Zur gerade erst verkündeten neuen Konzernstrategie der Uzin Utz Gruppe (siehe Meldung vom 10. Februar 2026) gehört auch strategisches Wachstum in neuen Geschäftsfeldern und Märkten. Richard Hohenhaus, Teamlead Corporate Business Development bei Uzin Utz, schlug hierfür den ersten Pflock ein und präsentierte die Leistungsfähigkeit der Gruppe auf der Euroshop. Gezeigt wurden Systemlösungen zur Bodenverlegung und zur Renovierung. (Foto: Uzin Utz/RZ)

Die nächste Euroshop findet vom 18. bis 22. Februar 2029 in Düsseldorf statt.