Die diesjährige Teppich- und Bodenbelagsmesse Domotex (12. bis 15. Januar 2023) punktete nach zwei Jahren corona-bedingter Pause vor allem mit guter Stimmung.

Die für Raumausstatter relevanten Firmen versammelten sich nahezu komplett in einer Halle, Aussteller wie Wineo oder ter Hürne verlegten kurzerhand ihr Roadshow-Konzept auf die Domotex, Kork-Marktführer Amorim zeigte ebenfalls am ungewohnt kleinem Stand Flagge. Der großen Freude über das Wiedersehen mit ihren Kunden, Geschäftspartnern und Wettbewerbern tat das keinen Abbruch. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass dem Netzwerken mehr Bedeutung beigemessen wurde als der Vorstellung neuer Produkte. Die Stimmung war dementsprechend gut, getragen von der Erkenntnis, die Pandemie-Jahre gut überstanden zu haben und voller Hoffnung, aus 2023 das Beste machen zu können.

Foto: Deutsche Messe

Nach offiziellen Angaben stellten insgesamt 730 Aussteller in acht Hallen aus, rund die Hälfte weniger als zur letzten Veranstaltung 2020. Angaben zu den Besucherzahlen wurden nicht gemacht, aber auch hier ist davon auszugehen, dass sie sich mindestens halbiert haben. Sonia Wedell-Castellano, Global Director Domotex, zeigt sich laut offiziellem Abschlussbericht dennoch hoch zufrieden: „Wir sind überwältigt von der positiven Resonanz sowie des energiegeladenen Spirits der diesjährigen Domotex. Die Stimmung in den Hallen ist so super – Aussteller und Besucher sind gleichermaßen erfreut, endlich wieder auf ihrer Branchenmesse zusammenzukommen, um sich persönlich zu treffen, Ideen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Geschäfte abzuschließen.“

Ab 2024 im Zweijahres-Rhythmus?

Traditionell vereint die Domotex zwei ganz unterschiedliche Marktsegmente unter einem Dach: Den Bereich der abgepassten Teppiche und den der Bodenbelagsbranche. Die Besucherzielgruppen haben wenig Überschneidungen. Während es (in Deutschland) für den Teppichhandel keine alternative Messeplattform gibt, konkurrieren andere Veranstaltungsformate um die Bodenbelagsbranche. Nicht zuletzt auch die Messe Bau in München, die alle zwei Jahre den bedeutendsten Anbietern von Bodenbelägen, Verlegewerkstoffen und Zubehör eine Heimat bietet. Wie aus Kreisen des Domotex-Branchenbeirats zu vernehmen war, scheint die Deutsche Messe als Veranstalter der Domotex zu planen, diese ab 2024 ebenfalls im Zweijahres-Rhythmus – abwechselnd mit der Bau – stattfinden zu lassen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags nicht. Ebenso wenig für das Gerücht, dass in den Zwischenjahren nur eine reine Teppich-Messe stattfinden soll.

Foto: Jens Lehmann/RZ

Die Pflöcke für 2024 hat die die Deutsche Messe aber bereits eingeschlagen, wie Sonia Wedell-Castellano im Abschlussbericht zur kommenden Veranstaltung zitiert wird: „Wir werden unsere Kooperationen mit Branchenexperten wie dem TFI weiter ausbauen, dem Großhandel eine Präsentationsfläche bieten, den Fokus wieder mehr auf Objekteure und Architekten ausrichten. Kurzum: wir werden mit unserem Konzept dafür sorgen, dass die Domotex 2024 der Hub für Teppiche und Flooring bleibt, an dem einfach kein Weg vorbeiführt.“ Die nächste Domotex soll vom 11. bis 14. Januar 2024 in Hannover stattfinden.

Mehr Informationen zur Messe und den gezeigten Produkten lesen Sie in der RZ Februar-Ausgabe. (JL)