Die Berufskleidungsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Während der Markt 2025 ein neues Rekordniveau erreicht, verändern sich gleichzeitig die Erwartungen der Verbraucher. Berufskleidung wird zunehmend auch im privaten Alltag getragen, Informations- und Kaufverhalten entwickeln sich weiter und die Grenzen zwischen klassischer Workwear und funktionaler Outdoor-Bekleidung verschwimmen zunehmend.

Von der Baustelle in den Club? Diesen Berufsschuhen sieht man ihre Funktionalität nicht an: Die Kombination aus Sicherheit, Tragekomfort und Style kann sich auch im Feierabend sehen lassen. (Foto: Strauss)
Zu diesem Ergebnis kommt der neue „Consumer-Report 2026 – Berufskleidung und Persönliche Schutzausrüstung“ des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts Marketmedia24. Die Studie verbindet erstmals eine Marktanalyse der Jahre 2015 bis 2025 mit einer repräsentativen Deutschlandbefragung unter 1.176 Verbrauchern. Ergänzt wird sie durch drei Zukunftsbilder, die unterschiedliche Entwicklungspfade der Branche beschreiben.
Markt wächst auf Rekordniveau
Nach den pandemiebedingten Einbrüchen hat der Markt seinen früheren Wachstumspfad nicht nur wieder erreicht, sondern übertroffen. Besonders dynamisch entwickelt sich die Damen-Berufskleidung, deren Umsatz zwischen 2023 und 2025 um mehr als 50 Prozent wächst. Gleichzeitig behauptet sich die Persönliche Schutzausrüstung als robuster Wachstumstreiber und erreicht 2025 ebenfalls einen neuen Höchststand. Die Studie macht jedoch deutlich, dass wirtschaftliches Wachstum allein nur einen Teil der Entwicklung erklärt. Parallel verändern sich die Anforderungen der Verbraucher – und damit auch die Chancen für Hersteller und Handel.

Bedruckte Shirts sind ein schönes Willkommensgeschenk für neue Auszubildende. Zudem stärkt personalisierte Arbeitskleidung von Anfang an das Zugehörigkeitsgefühl. (Foto: Strauss)
Arbeitsbekleidung wird zum Alltagsbegleiter
Eine der auffälligsten Entwicklungen betrifft die private Nutzung von Berufskleidung. Funktionale Arbeitsbekleidung wird längst nicht mehr ausschließlich im beruflichen Umfeld eingesetzt. Ob Gartenarbeit, Heimwerken oder Outdoor-Aktivitäten – robuste Materialien, hoher Tragekomfort und langlebige Qualität machen Workwear zunehmend auch für private Einsatzbereiche attraktiv. Diese Entwicklung spiegelt sich inzwischen auch im Markt wider. Outdoor-Technologien finden ihren Weg in moderne Berufskleidung, während etablierte Workwear-Marken gezielt neue Zielgruppen außerhalb des klassischen Arbeitsumfeldes ansprechen.
Kaufentscheidungen werden komplexer
Die Studie zeigt außerdem, wo Verbraucher Berufs- und Schutzkleidung kaufen, welche Informationsquellen sie vor einer Anschaffung nutzen und welche Marken spontan im Relevant Set verankert sind. Darüber hinaus untersucht sie erstmals die Bekanntheit von Nachhaltigkeits- und Textilsiegeln sowie deren Bedeutung für die Kaufentscheidung. Damit liefert der neue „Consumer-Report“ nicht nur aktuelle Marktdaten, sondern erklärt auch die Mechanismen hinter den Kaufentscheidungen der Verbraucher.
