Die Entwicklung der deutschen Möbelindustrie ist von einem unverändert schwierigen Marktumfeld geprägt. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnet sie ein Umsatzminus von 2,7 Prozent. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatzrückgang von rund 3 Prozent erwartet.

Küchenmöbel erweisen sich als wichtigster Stabilisator in der kriselnden Möbelbranche. (Foto: DGM/Nobilia)
Anlässlich der Wirtschaftspressekonferenz des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM) am 1. September in Köln sagte VDM-Geschäftsführer Jan Kurth: „Für unsere Unternehmen bleiben die Rahmenbedingungen äußerst herausfordernd. Neben einem weiterhin schwachen Konsumklima belasten steigende Material-, Energie- und Lohnkosten sowie bürokratische Anforderungen unsere Branche.“ Hinzu kämen ausbleibende Impulse aus dem Wohnungsbau und ein wachsender internationaler Wettbewerbsdruck. Für das dritte Quartal 2026 planen einer Verbandsumfrage zufolge 40 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit.

Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie, bleibt mit Blick auf die Marktentwicklung 2026 verhalten. (Foto VDM)
Innerhalb der Branche zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Die Küchenmöbelindustrie erwies sich als stabilstes Segment und steigerte ihren Umsatz um 1 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. Deutlich verhaltener verlief die Entwicklung bei Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbeln sowie Möbelteilen, deren Umsatz um 5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zurückging. Die Polstermöbelindustrie verzeichnete ein Minus von 10 Prozent auf 423 Millionen Euro. Die Matratzenhersteller blieben um 5,1 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Auch die Büro- und Ladenmöbelproduzenten mussten einen Umsatzrückgang (minus 3,5 Prozent) hinnehmen. Laut amtlicher Statistik sank der Umsatz der 374 Betriebe von Januar bis Juni um 2,7 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro. Besonders schwach entwickelte sich das Inlandsgeschäft mit einem Minus von 4,1 Prozent auf rund 5 Milliarden Euro, während die Auslandsumsätze mit 2,7 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau lagen. Die Exportquote kletterte um einen Prozentpunkt auf 35,2 Prozent.

Der VDP rät seinen Mitgliedern, die eigenen Stärken wie die Fertigungskompetenz oder die hohe Qualität für Verbraucher noch stärker sichtbar zu machen.
(Foto: IPM/Thielemeyer)
Trotz des herausfordernden Marktumfelds sieht Jan Kurth weiterhin gute Perspektiven für die deutschen Möbelhersteller. Wachstumspotenziale lägen insbesondere in der Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen, in neuen Vertriebswegen, im Objektgeschäft und in einer noch stärkeren internationalen Ausrichtung. „Möbel ‚Made in Germany‘ stehen für hohe handwerkliche und industrielle Kompetenz, erstklassige Qualität, verantwortungsvolle Produktionsbedingungen, kurze Transportwege und verlässliche Lieferketten”, so Kurth. Diese Stärken gelte es, noch stärker sichtbar zu machen und die Attraktivität der Produkte für die Verbraucher weiter zu erhöhen. Für das Gesamtjahr 2026 bleibt die Branche jedoch vorsichtig. „Wir rechnen mit einem Umsatzrückgang von rund 3 Prozent“, prognostizierte Kurth. Die Mehrheit der Hersteller erwartet im Jahresverlauf noch keine spürbare Belebung der Nachfrage über die üblichen Saisoneffekte hinaus.
