Laut der Studie „IC Customer Insight – Bodenbeläge in Deutschland, Polen und Spanien 2025“ von den österreichischen Marktforschern Interconnection Consulting verändert sich die Bodenbelagsnachfrage in ganz Europa: Designbeläge sind weiter auf der Überholspur.

Mit einer Befragung von 1455 Hausbesitzern wurden die Materialpräferenzen, die Markenbekanntheit sowie das Kaufverhalten von Bodenbelägen untersucht. (Foto: Pexels/Terry Magallanes)
So erwägen in Polen 20,4 Prozent der mit ihrem derzeitigen Belag unzufriedenen Hausbesitzer einen Wechsel zu LVT, während es in Deutschland erst 11,1 Prozent sind. Spanien hinkt mit 3,5 Prozent hinterher. Dieser Wandel setzt traditionelle Materialien wie Parkett unter Druck. Während Holzfußböden in Polen und Spanien nach wie vor beliebt sind, ist der Wandel in Deutschland bereits weiter fortgeschritten: 65,9 Prozent der LVT-Besitzer geben an, dass sie nicht wieder zu einem anderen Bodenbelag wechseln würden, was auf eine hohe Kundenzufriedenheit hindeutet und auf breitere europäische Trends verweist.
Im Gegensatz dazu dominiert Keramik nach wie vor in Feuchträumen. Fliesen werden in über 75 Prozent der Badezimmer und Küchen in allen drei Märkten verwendet, was ihre anhaltende Bedeutung in Bereichen bestätigt, in denen Feuchtigkeitsbeständigkeit entscheidend ist. Textil- und Teppichböden verlieren derweil an Beliebtheit. Fast die Hälfte der befragten Hausbesitzer – 45,9 Prozent in den drei Ländern – erwägt, sie durch einen anderen Bodenbelag zu ersetzen. Spanien führt diesen Trend an: Dort sind fast 50 Prozent der Befragten bereit, den Wechsel vorzunehmen.

Besitzer von Keramik-Fußböden sind am ehesten dazu bereit, eine neue Belagsart auszuprobieren. Die, die heute schon auf Designbelag leben, würden diesen nur halb so oft gegen ein anderes Produkt tauschen. (Grafik: IC Customer Insight)
Auch die Vertriebsdynamik verändert sich. Die Hersteller verlieren an direktem Einfluss und belegen als Vertriebskanal nur noch den dritten oder vierten Platz, wobei ihr Anteil am Direktverkauf im Vergleich zur Vorjahresausgabe in Polen um 6,4 Prozentpunkte und in Deutschland um 2,2 Prozentpunkte zurückgegangen ist
Einzelhändler und Fachgeschäfte beeinflussen Kaufentscheidungen zunehmend: In Deutschland entfallen 53,7 Prozent der Käufe auf Baumarktketten, während in Polen und Spanien Fachgeschäfte mit 47,2 Prozent beziehungsweise 37,8 Prozent den größten Anteil haben. Bemerkenswert ist, dass in Spanien fast 30 Prozent der Käufe über Handwerker oder Innenarchitekten getätigt werden.
Kaum einer kennt die Marke seines Belags
Eine große Herausforderung für die Branche ist die geringe Markenbekanntheit. Nur 27,4 Prozent der Hausbesitzer können die Marke ihres Bodenbelags nennen; in Deutschland liegt dieser Wert sogar bei nur 19,7 Prozent. Stattdessen erinnern sich die Verbraucher eher an Händler als an Hersteller.
Gleichzeitig gewinnt die digitale Recherche zunehmend an Bedeutung. In allen drei Ländern informieren sich 65,5 Prozent der Verbraucher vor dem Kauf online über Bodenbeläge, was auf eine deutliche Verlagerung hin zur digitalen Entscheidungsfindung hindeutet.
„Wir beobachten eindeutig einen Markt im Wandel. Die Verbraucherpräferenzen entwickeln sich schneller als der installierte Bestand, während die geringe Markenbekanntheit und die zunehmende digitale Recherche die Unternehmen dazu zwingen, ihre Interaktion mit den Endkunden zu überdenken“, sagte Aritz Blanco, Autor der Studie.
Insgesamt deuten die Daten auf einen Markt hin, in dem sich die Nachfrage verschiebt, die Verbraucher immer besser informiert sind und Marken sich schnell anpassen müssen, um relevant zu bleiben.
