Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wertet jährlich die tariflichen Ausbildungsvergütungen zum Stand vom 1. Oktober aus. 2025 erhielten Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben im Durchschnitt 1.209 Euro pro Monat. Die Vergütungen erhöhten sich somit um 6,7 Prozent. Dies war der höchste Anstieg seit 1976.

Tarifliche Ausbildungsvergütungen nach Bundesländern 2025 (durchschnittliche monatliche Bruttobeträge in Euro). (Grafik/Quelle: Quelle: BIBB-Datenbank)

Seit 50 Jahren beobachtet und analysiert das BIBB die tariflich vereinbarten Ausbildungsvergütungen des jeweiligen Jahres und ermittelt die durchschnittlichen Vergütungen für nahezu alle quantitativ bedeutenden Ausbildungsberufe, die nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) beziehungsweise der Handwerksordnung (HwO) ausgebildet werden. Im Durchschnitt wurden die höchsten tariflichen Ausbildungsvergütungen 2025 im öffentlichen Dienst mit 1.329 Euro gezahlt. Ein mittleres Vergütungsniveau ergab sich mit 1.188 Euro für die Landwirtschaft. Wie in den Vorjahren waren auch 2025 die tariflichen Ausbildungsvergütungen in den freien Berufen mit 1.098 Euro und im Handwerk mit 1.093 Euro am niedrigsten. Mit 7,7 Prozent fiel der Anstieg im öffentlichen Dienst wesentlich höher aus als im Handwerk mit 4,5 Prozent. Damit verzeichnete das Handwerk unter den Ausbildungsbereichen mit Abstand die niedrigste Steigerungsrate.

Tarifliche Ausbildungsvergütungen nach Ausbildungsbereichen 2025 (durchschnittliche monatliche Bruttobeträge in Euro). (Grafik/Quelle: Quelle: BIBB-Datenbank)

In einigen Ausbildungsberufen war der Anteil der Auszubildenden mit geringen Vergütungen von höchstens 1.050 Euro sehr hoch. Auf mehr als 90 Prozent der Auszubildenden traf dies beispielsweise in den Berufen Friseur, Parkettleger, pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter, Raumausstatter und Bodenleger zu.

Tarifliche Ausbildungsvergütungen in ausgewählten Ausbildungsberufen im Ausbildungsbereich Handwerk 2025 (durchschnittliche monatliche Bruttobeträge in Euro). (Grafik/Quelle: Quelle: BIBB-Datenbank)

Fazit

 

Einen Grund für die Rekordanstiege bei den Ausbildungsvergütungen sieht die BIBB-Auswertung darin, dass es den Betrieben in einer Reihe von Branchen zunehmend schwerer fällt, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Hier können überdurchschnittliche Vergütungserhöhungen Anreize setzen, um die Attraktivität der Ausbildung in bestimmten Branchen beziehungsweise Ausbildungsberufen zu erhöhen. Zudem ist es für einige Branchen wichtig, im Vergütungsniveau nicht zu weit zurückzufallen, um auf dem Ausbildungsmarkt bestehen zu können. Gleichwohl sehen die Autoren auch, dass dies vor dem Hintergrund schwieriger ökonomischer Rahmenbedingungen und einer weiterhin schwächelnden Wirtschaft nicht für alle Ausbildungsbetriebe gleichermaßen möglich ist. Die komplette BIBB-Auswertung kann hier heruntergeladen werden.