Mitten in Wien findet der Gast im Hotel Altstadt Vienna Zimmer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In diesem Jahr hat Designer Arthur Arbesser zwei Räume in persönlicher „Melange“ gestaltet.

Seit 20 Jahren lebt Arthur Arbesser in Mailand und hat dort sein Studio. Um den Einfluss der Stadt in seinen Interior-Mix einfließen zu lassen, bediente er sich auch der Designs einiger italienischer Labels. (Foto: Altstadt Vienna, Wittmann)
Das historische Gebäude des Hotel Altstadt Vienna überrascht: Jedes Zimmer ist anders. Seit jeher werden die Räume von unterschiedlichen Designern, Architekten und Künstlern gestaltet, um Wiener Gastfreundschaft zu interpretieren. In diesem Jahr war es der Wiener Designer Arthur Arbesser, der zwei Zimmern des charmanten Hotels seine Handschrift gab. Dabei inszenierte der in Mailand lebende Kreative seine ganz persönliche „Wiener-Mailänder- Melange“. „Gestalte einen Ort so, dass du selbst gerne deine Zeit dort verbringen möchtest“, so der Grundsatz von Otto E. Wiesenthal. Mit der Hoteleröffnung ging 1991 für ihn ein lang gehegter Traum in Erfüllung: die Verbindung zwischen Hotel, gemütlicher Altbauwohnung und Galerie. Erbaut 1902, beherbergt das Haus heute gleichzeitig Wohnungen und das Boutiquehotel Altstadt Vienna mit 62 Zimmern und Suiten. Passend zum Credo des Hotelbesitzers war es Arthur Arbesser wichtig, die Zimmer möglichst gemütlich, warm und einladend zu gestalten. Auch, „dass ein freier, kreativer Geist mit Wiener Wurzeln am Werk war“, wollte er zum Ausdruck bringen.

Vor dem Fenster überrascht ein Interior-Quartett: Schreibtisch „Quaderna“ (Zanotta), Stuhl „Fledermaus“ und Sessel „Kubus“ – zwei Wittmann- Klassiker – sowie das sympathische Leuchtendesign „Snoopy“ (Flos). (Foto: Altstadt Vienna, Wittmann)

Blau als Statement, textiles Blumendessin und Streifenmuster auf Fliesen: Mehr kreatives Miteinander als in Zimmer 14 scheint fast nicht möglich. (Foto: Altstadt Vienna, Wittmann)
Geometrisch
Schachbrett und Würfel waren in Zimmer 30 der Gestaltungsansatz für Arthur Arbesser: Das hier eingesetzte Sofa „Atrium“ besteht nur aus simplen Blöcken, während Teppich „Chess“ an die Fliesen eines Wiener Stiegenhauses erinnern soll. So zieht sich das reduzierte, grafische Thema des Würfels auf verspielte Art und Weise durch das gesamte Zimmer. Bauhaus-Möbel von Marcel Breuer und Charlotte Perriand sowie der mit Leder bezogene „Freischwinger No. 2“ von Friedrich Kiesler machen das geometrische Gestaltungskonzept perfekt.

Auf dem Parkettboden in Zimmer 30 treffen bodentiefe Polster auf Bauhaus-Stahlrohr und Wiener Stiegenlook, textil übersetzt auf einem Teppich mit schwarz-weißem Rautenmuster. (Foto: Altstadt Vienna, Wittmann)
Tonangebend
In Zimmer 14 sollte die Basis aus zwei Farben bestehen, die Arthur Arbesser mit dem Wiener Jugendstil verbindet: ein tiefes, intensives Blau und ein sattes Safrangelb. Sie bilden einen starken Kontrast zur weißen Wand und den stilisierten Stuck-Elementen des Raumes. Der farbenfrohe Stoff „Flowers“, den der Designer in Kooperation mit Wittmann kreierte und der Bett wie Sitzbank verkleidet, ist unverkennbar eine Hommage an Josef Frank, Architekt und Designer bunt gemusterter Stoffe – seiner Zeit weit voraus. Das „gestreifte“ Badezimmer sollte starke Farben mit strenger Grafik verbinden, es erinnert an Mode-Entwürfe von Arthur Arbesser. „Ich liebe Hotels, vor allem, wenn sie Charme und Flair haben. Es war mir eine große Freude, für das Altstadt Vienna zwei Zimmer zu gestalten – mit starken Farben und Mustern gemischt mit Klassikern von Josef Hoffmann oder Friedrich Kiesler. So entstand eine echte ‚Wiener-Mailänder‘-Mischung“, so Arthur Arbesser.

Das Bad von Zimmer 30 beeindruckt als schwarz-weißer Glaskubus, der von der Firma Josef Göbel aus der Steiermark hergestellt wurde. (Foto: Altstadt Vienna, Wittmann)
