Im Vorfeld des Münchener Spitzengesprächs der Deutschen Wirtschaft im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse (IHM) hatten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) einen Brandbrief an die Politik formuliert.

Im Rahmen der IHM stellte sich Bundeskanzler Friedrich Merz im Münchener Spitzengespräch den Vertretern der vier großen Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft. (Foto: IHM)
In ihrer gemeinsamen Erklärung fordern die vier Verbände mehr Mut von der Regierung, um Deutschland aus der Standortkrise zu führen. „Nach drei Jahren ohne Wachstum sprechen jedoch viele Indikatoren dafür, dass die Widerstandskräfte erodieren und auf einen Kipppunkt zusteuern“, heißt es und weiter: „Die Bundesregierung hat in ihrem ersten Regierungsjahr wichtige Initiativen auf den Weg gebracht, um diesen Trend zu stoppen. Die Maßnahmen reichen jedoch bei weitem nicht aus und viele Vorhaben stehen bislang nur als Ankündigung auf dem Papier. Die deutsche Wirtschaft erwartet von der Politik deutlich mehr Mut zur Veränderung. 2026 muss zum Jahr der Reformen werden. Je länger dieser Prozess aufgeschoben wird, desto schmerzlicher werden die Maßnahmen später ausfallen. Es ist dringend erforderlich, dass sich die Politik dieser enormen Verantwortung bewusst wird und entsprechend handelt. Ohne weiteren Aufschub.“
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte dazu unter anderem: „Ich sehe positiv, dass im Augenblick die Konjunktur langsam, sehr langsam Fahrt aufnimmt, überwiegend dank staatlicher Impulse, dank der Investitionsprogramme, die wir sowohl für die Bundeswehr als auch für die Industrie aufgelegt haben. Wir sehen in einigen Unternehmen die Auftragslage wieder steigen, und es sind auch erstmalig die Investitionen in Deutschland wieder höher als die Kapitalabflüsse. Aber das alles ist – Herr Dittrich, da sind wir uns einig – nur ein kleiner Trost. Nach wie vor sind wir mit der konjunkturellen Lage in Deutschland nicht zufrieden.“ Und weiter: „Wir wissen, dass im Augenblick einige Vorhaben unterwegs sind. Wir haben Reformkommissionen berufen, die im Laufe der nächsten Wochen und Monate Vorschläge machen werden. Wenn wir alle, die Unternehmen und wir, die Politik, zusammenstehen, wenn wir alles geben, was wir jetzt gemeinsam tun können, dann werden wir auch einen Weg aus der Standortkrise herausfinden; ich bin jedenfalls davon überzeugt.“
Der Originalwortlaut des Münchener Spitzengesprächs ist hier verlinkt.
